Asthma und Dämpfigkeit

Pferdeklinik 2016

Ein ganz wesentlicher Schwerpunkt in meiner Tierheilpraxis ist die Therapie von Asthma und Dämpfigkeit bei Pferden. Ursächlich für die chronisch allergische obstruktive Bronchitis, wie auch Asthma und die sogenannte Dämpfigkeit bei Pferden sind nicht ausgeheilte akute Infektionen, Influenza-Impfungen in einen bereits geschwächten Organismus, die Belastung mit Schimmelpilzsporen, Staub und Umweltallergenen und eine nicht pferdegerechte Haltung. Oft kommen mehrere Ursachen zusammen und die Erkrankung beginnt schleichend.

„Meist komme ich leider erst „ins Spiel“, wenn die Tierärzte bereits aufgegeben haben und der Pferdemensch verzweifelt nach dem letzten Strohhalm greift! Eine Therapie durch mich kann aber grundsätzlich auch parallel und ergänzend zur veterinärmedizinischen Therapie erfolgen, das eine schließt das andere nicht aus und hat den Vorteil, dass sofort umfassend und ursächlich therapiert wird!“

Asthma bei Pferden

Der Begriff Asthma wird bei uns nur selten genutzt, wir sprechen von einer chronischen Bronchitis, einer chronisch obstruktiven Bronchitis, Husten, Pferdehusten oder Heustaub-Allergie bzw. Dämpfigkeit. Asthma bronchiale beim Pferd zeigt jedoch im Großen und Ganzen die Symptome einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD, chronic obstructive pulmonary disease) oder auch von Dampf oder Dämpfigkeit. Wir bezeichnen Asthma bei Pferden als rezidivierende Atemwegsobstruktion (RAO). Ein Lungenemphysem stellt das Endstadium einer RAO dar. Es kommt beim Asthma zum Platzen der Lungenbläschen und zur Erweiterung der Lunge, wobei die Atemfläche kleiner wird. Da die eingeatmete Luft durch den Verlust der Lungenelastizität bei Asthma nicht mehr ausgestoßen werden kann, muss die Muskulatur der Bauchwand beim Asthma von Pferden zum Ausatmen zu Hilfe genommen werden. Dies wird sichtbar durch die sogenannte Dampfrinne an der seitlichen Bauchwand, eine Einkerbung zwischen Bauchmuskel und Rippenbogen und zeichnet ein dämpfiges Pferd sowie auch ein Pferd mit Asthma. Die Pferde haben einen trockenen und qualvollen Husten sowohl bei Asthma als auch den oben genannten Bezeichnungen. Ob wir nun den Begriff Asthma, Bronchitis oder Dämpfigkeit wählen, die Symptome unterscheiden sich nur unerheblich.

Warnzeichen, wie vereinzeltes Husten insbesondere bei Asthma, werden von den Besitzern oft unterschätzt und erst bei starker Luftnot infolge des Asthmas beim Pferd wahrgenommen.
Grundvoraussetzung der Therapie von Asthma ist eine problemorientierte Fütterung. Auch Asthma lässt sich im Wege einer Haaranalyse in meiner Praxis erfolgreich und ganzheitlich therapieren, wie die vielen Beispiele, welche jedoch allesamt von Bronchitis und Dämpfigkeit sowie allergischer Bronchitis berichten, zeigen. Zu diesen Begriffsverwirrungen und Verirrungen kommt es, da Asthma bei Pferden in unseren Breitengeraden kein umgangssprachlicher Begriff ist, nicht, weil Asthma bei Pferden nicht vorkommt!

Chronische Bronchitis und Dämpfigkeit: Volkskrankheit Nr. 1 bei unseren Pferden?

Erkrankungen der Atmungsorgane gehören zu den am häufigsten beim Pferd vorkommenden inneren Erkrankungen. Die Hauptfunktion der Atmungsorgane besteht im Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt.
Oftmals entwickelt sich eine chronische und in Folge allergische Bronchitis bis zur Dämpfigkeit aufgrund eines harmlosen Infekts, wenn dieser nicht erfolgreich behandelt wird. Selbst kleinste Infekte der Atemwege und erst recht eine Influenza benötigen Wochen und Monate zur vollständigen Ausheilung. Wird das Pferd zu früh belastet, zu kurz therapiert und als gesund entlassen, wird die Erkrankung meist chronisch und die Therapie umso langwieriger. Hauptgrund dieser chronischen Erkrankungen der Atemwege, zu denen auch Asthma und Atemnot gehört, ist die oft im Verborgenen stattfindende „Verschleppung“ dieser harmlosen Infekte. Zu der bakteriellen Infektion gesellen sich Pilze und es entwickelt sich eine chronische und grundsätzlich allergische Atemwegserkrankung. Die allergische Form entwickelt sich aufgrund der zunehmenden Sensibilität; früher harmlose Substanzen werden in kurzer Zeit zu Allergenen. Die Belastung mit Staub und Schimmelpilzsporen, welche sich leider nicht bei der Pferdehaltung vermeiden lässt, wirkt natürlich äußerst kontraproduktiv auf den Heilungsprozess. Von daher heißt es selbst bei den harmlosen Infekten die Belastung durch Rauhfutter und Umgebungsstaub so gut wie nur eben möglich zu minimieren, das betroffene Pferd längere Zeit zu schonen und ihm frische Luft, Ruhe und eine staubfreie Fütterung angedeihen zu lassen.
Oft ist eine Ausheilung der Atemwegserkrankung für den Pferdebesitzer schlecht zu beurteilen, sieht man das Pferd nur einige Stunden am Tag und es treten in diesen keine Symptome wie Nasenausfluss und/oder Husten auf, so gewinnt man schnell den Eindruck, eine Regeneration hätte bereits stattgefunden. Das Tückische an vielen Atemwegserkrankungen, welche bereits in ein chronisches Stadium übergegangen sind, ist, dass die Symptome oft nicht darauf schließen lassen, dass die Situation ernst ist. So ist gerade das trockene Hüsteln, welches meist gleich bei Beginn der Bewegung einsetzt, ein untrügliches Zeichen für eine chronische und schon weitreichend manifestierte Bronchitis. Dieses eher unterdrückte Husten wird in der Regel nicht als ernsthaft und vor allem krankhaft erkannt, so, dass der Prozess der Erkrankung immer weiter voranschreitet, bis deutliche Symptome bis hin zur akuten Atemnot irgendwann nicht mehr übersehbar sind!

Die in den letzten Jahren drastische Zunahme von chronischen, meist allergischen Atemwegserkrankungen hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen; an erster Stelle ist sicher die immer weiter steigende Belastung der Umwelt zu nennen, häufig schlechte Rauhfutterqualität, die Belastung des Futters mit Schimmelpilzsporen und eine nicht pferdegerechte Haltung, welche die Grundbedürfnisse Licht, Luft und Bewegung kompromisslos berücksichtigt.
Mit meinen vielen Informationen und den zahlreichen Erfahrungsberichten möchte ich versuchen Mut zur Therapie zu machen, den Pferdemenschen etwas von ihrer Hoffnungslosigkeit nehmen; Mut machen, auch ungewöhnliche und individuelle Wege zu gehen, um dem betroffenen Pferd wieder Lebensqualität zuteil werden zu lassen. Am Anfang des Leidensweges für Pferd und Mensch steht im Grunde immer die veterinärmedizinische Therapie, welche allein nicht immer erfolgreich ist.
Ich lerne Pferd und Mensch meist erst geraume Zeit später kennen (wenn überhaupt…). Zu meinen Patienten gehören diejenigen, die als therapieresistent jeglicher veterinärmedizinischen Therapie gelten; zumindest, was eine dauerhafte Verbesserung des Befindens angeht.
Welche Therapie, welcher Weg und welche Maßnahmen für Pferd und Mensch umsetzbar und vertretbar sind, entscheidet immer der individuelle Einzelfall. Grundsätzlich kann ich sagen, dass eine naturheilkundliche, das heißt homöopathische, isopathische und pflanzliche Therapie in Verbindung mit einer Optimierung der Haltung und Fütterung sehr erfolgversprechend ist!

Allergische Haut- und Schleimhauterkrankungen unserer Pferde

Die Allergiebereitschaft bei Mensch und Pferd ist deutlich gestiegen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: veränderte, Allergie forcierende Umwelteinflüsse, eine veränderte Lebensweise, verschiedene Allergie relevante Stoffe in Nahrungs-, Pflege- und Arzneimitteln, stark konzentrierte Düngung in der Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden sind ebenso Verursacher wie schädliche Umweltgifte und bereits eingetretene Schäden der Umwelt. Auch psychische Faktoren spielen eine große Rolle. Meist sind es Verkettungen von Ursachen und Einflüssen, genetischen Veranlagungen zur Allergiebereitschaft und allergieauslösenden Belastungen, die letztlich die Erkrankung zum Ausbruch bringen. Allergien sind bei Pferden immer häufiger Auslöser verschiedener Erkrankungen, im Vordergrund steht hier der allergisch bedingte Husten und die weiteren allergischen Atemwegserkrankungen, wie die chronisch obstruktive Bronchitis. Auch das Sommerekzem, die Sonnenallergie, die Urtikaria und andere allergische Hauterkrankungen sind auf dem Vormarsch. Vermehrt treten auch beim Pferd Nahrungsmittelallergien mit Störungen im Magen-Darm-Trakt, Koliken oder auch in Form von Hauterkrankungen sowie Juckreiz auf. Der Pferdekörper kann auf jede Substanz eine Allergie entwickeln.

Allergie auslösende Stoffe sind beispielsweise:

Verschiedene Futtermittel.
Staubpartikel: Blütenpollen von Gräsern, Kräutern und Bäumen sowie von Laub- und Nadelbäumen, Hecken und Büschen. Die Pollenallergie ist sehr weit verbreitet. Pollen von Wiesengräsern und Kräutern, aber auch im Heu, kommen in Form von Staubteilchen in der Luft vor und werden mit der Atmung vom Pferd aufgenommen.
Pilzsporen: Pilzsporen kommen überwiegend im Rauhfutter, also in Heu und Stroh vor. Je qualitativer das Rauhfutter ist, je weniger Pilzsporen sind enthalten. Pilzsporen entstehen jedoch auch in feuchten dunklen Stallecken durch Feuchtigkeit. Auch hier ist Allergieträger nicht der Pilz selbst, sondern seine Sporen.
Milben: Milben sind mikroskopisch kleine Ektoparasiten, hier ist nicht die Milbe selbst der Allergieträger, sondern die Exkremente, wir finden diese zum Beispiel im Pferdefutter.
Ekto- und Endoparasiten: Stiche von Bienen, Wespen, Bremsen, Mücken usw. lösen bei entsprechender Sensibilisierung allergische Reaktionen aus. Diese reichen von Schwellungen der Haut, über Juckreiz bis hin zum Schock. Am stärksten ausgeprägt ist hier das Sommerekzem, dessen Auslöser eine bestimmte Mückenart ist.
Sonnenlicht: Eine Photoallergie entsteht durch die Wechselwirkung von UV-Licht mit einer sensibilisierenden Substanz, wie etwa Pflanzen, hierfür bekannt ist beispielsweise Johanniskraut. Aber auch bestimmte Medikamente sind Verursacher der Photoallergie.
Auch chemische Pflege- und Imprägniermittel werden als Verursacher der allergischen Reaktion bzw. von Kontaktallergien angesehen.
Als Diagnosemöglichkeiten einer Allergie stehen uns die Blutuntersuchung, hier speziell die eosinophilen Granulozyten und der IgE-Nachweis, weiterhin der Intrakutantest, bei dem Allergenverdünnungen unter die Haut gespritzt werden sowie serologische Tests, das sind Allergen spezifische Bluttests oder auch informatorische Tests ohne wissenschaftliche Belegbarkeit wie die Biofeld-Haaranalyse zur Verfügung.

Die ganzheitliche Therapie:

Bei sehr schweren allergischen Reaktionen des Pferdes, beispielsweise einem Lungenemphysem oder anaphylaktischem Schock ist die Gabe von Cortison, Infusionen mit Kalziumpräparaten bzw. Antihistaminika als Notfallmedizin unumgänglich. Sind die heftigen Reaktionen durch diese Notfallmedikation zurückgegangen, sollte eine ursachenorientierte ganzheitliche Therapie erfolgen, um dauerhaft die Allergie „in den Griff“ zu bekommen. Reagiert das Immunsystem des Pferdes also übermäßig auf verschiedene Allergene, sollte als erster Schritt eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes die Haltung und Fütterung optimiert werden. Besteht beispielsweise eine Allergie auf Staub und Pilzsporen, ist zwingend eine staub- und schimmelpilzfreie (soweit möglich) Haltung und Fütterung als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Therapie einzuleiten. Leider reicht es hier nicht, das Heu lediglich zu wässern, da durch das Wässern Staub und Pilzsporen lediglich gebunden, nicht aber vernichtet werden. Ich empfehle Heu mit Heustaub-Stopp zu behandeln. Ich bin keine Freundin von Heulage/Silage, da diese oft problematisch ist, beispielsweise für den Magen und Darmtrakt. Auch andere zu fütternde Produkte, wie das Kraftfutter, sollten soweit nur möglich staub- und schimmelpilzfrei und natürlich auch frei von Milben und anderen Ektoparasiten sein. Weiterhin versteht es sich von selbst, dass keine Allergene im Futter sein dürfen. Für gesunde Atemwege entwickelte ich daher Nehls Pferdefutter Atemwege, welches den Ansprüchen von Allergikern entspricht. Aufgrund verschiedener Nachteile von Alternativeinstreu empfehle ich qualitatives Stroh als Einstreu mit Heustaub-Stopp zu besprühen. Hiermit habe ich in all den Jahren die besten Erfahrungen gemacht. Weiterhin sind in der Haltung zwingend Optimierungen zu veranlassen, wie die Umstellung der Boxenhaltung auf Offenstallhaltung verbunden mit ständigem Zugang zu Weideflächen. Dies wären beispielsweise Grundlagen bei allergischen Atemwegserkrankungen, auf denen eine erfolgreiche Therapie aufgebaut werden kann. Hierauf aufbauend arbeite ich dann mit homöopathischen, isopathischen und phytotherapeutischen Therapiekonzepten. Wert sollte auf eine Regulation der überschießenden Reaktion des Immunsystems gelegt werden, kontraproduktiv ist hier die Gabe von immunstimulierenden bzw. steigernden Präparaten, da das Immunsystem ohnehin schon überreagiert!

Pferdehusten, Asthma, Dämpfigkeit und Bronchitis im Winter

Nicht nur während der Stallsaison im Winter, auch im Frühjahr, Sommer und Herbst leiden viele Pferde unter Husten, Bronchitis und Atemwegserkrankungen. Hier beschäftige ich mich jedoch speziell mit dem Auftreten von Pferdehusten und Atemwegsproblemen im Winter, sowie mit den Ursachen der Bronchitis bei Pferden während der Stallperiode, da der Hustenzeit im Winter eine ganz eigene Problematik zugrunde liegt. Eine Hauptursache findet sich in der Boxenhaltung mit miefigen Ställen, Matratzeneinstreu, geschlossenen Fenstern und Türen. Oft wird in der Stallgasse zusätzlich gefegt, die Pferde geputzt, das Heu aufgeschüttelt und somit weiterer Staub produziert. Diese feinsten Staubpartikel gelangen in die bereits durch die Boxenhaltung geschädigten Atemwege des Pferdes und weisen eine allergene Wirkung auf. Bei dem disponierten Pferd lösen bestimmte Allergene, die über die Atmung in die Lunge gelangen und sich auf den Schleimhäuten der verschiedenen Atemwegsorgane wie der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle, den Luftsäcken über die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen verteilen, Reaktionen dieses Gewebes aus. Der Organismus reagiert auf diese Allergene übermäßig. Im Bereich der Atmungsorgane bzw. des Respirationstraktes werden folgende Schutzmechanismen mobilisiert: schleimbildende Zellen, Fresszellen und das Flimmerephitel.

Manche Ställe lernen Pferden wirklich das Grauen:

Enge Boxen, Matratzeneinstreu, geschlossene Türen und Fenster, in den Stallgassen produzierter zusätzlicher Staub, schimmeliges Heu und Stroh und keinerlei Auslauf für die eingestellten Pferde fordern ihren Tribut: Husten und Bronchitis. Durch viele Bakterien und Viren in der Luft, grassieren bei solch wenig pferdegerechter Haltung oftmals zusätzliche akute Atemwegserkrankungen.
Auch wenige Stunden täglicher Auslauf taugen nur zur Schadensbegrenzung, nicht zur Schadensvermeidung. Trotz Aufklärung und größtmöglicher Information über eine pferdegerechte Haltung und die Bedürfnisse aller Pferde: Licht, Luft und Bewegung seit vielen Jahren, finden sich überwiegend in den Wintermonaten derartige Bilder, die jeden Menschen, der diese schädliche Wirkung kennt, zum Schaudern bringt. Hauptursache des Pferdehustens und der Bronchitis bei Pferden im Winter liegen in Ställen, die die Bedürfnisse von Pferden schlichtweg komplett ignorieren. Solange diese Ställe jedoch weiterhin Einsteller finden, wird sich an diesen Haltungsbedingungen nichts ändern. Auch die Verfütterung von schimmeligem, staubigem und muffigem Heu sowie qualitativ unzureichenden Strohs wird solange stattfinden, wie Menschen ihre Pferde in derartigen Ställen belassen. Ein anderes Extrem, welches in Bezug auf Erkrankungen der Atemwege des Pferdes zwar nicht so schwerwiegend und verbreitet ist, wie das Erstgeschilderte, sind miserable Offenstallhaltungsbedingungen. Findet sich bei Kälte, Nässe, Wind und Minustemperaturen lediglich eine zugige Weidehütte ohne Einstreu bzw. mit minderwertiger Einstreu, nassem und kaltem Boden oder überhaupt keine Unterstellmöglichkeit auf dem freien Land, erkranken Pferde, da sie dauernd der Kälte, dem Wind und der Nässe ausgesetzt werden ebenso, wie die Pferde, die im muffigem und warmem Stall dem Ammoniakgeruch ausgesetzt sind. Eine Offenstallhaltung mit ständigem Zugang zu Ausläufen bzw. Koppeln muss ebenso die pferdischen Bedürfnisse erfüllen, wie andere Haltungsformen auch. Ein Pferd muss die Möglichkeit haben, sich auf qualitativer und reichlich vorhandener Einstreu hinlegen zu können, eine jederzeitige Rückzugsmöglichkeit in einen zugfreien Stall haben sowie eine hygienisch einwandfreie Haltung mit qualitativem Rauhfutter vorfinden, um gesund zu bleiben. Ein Pferd kann zwar sehr gut mit Minusgeraden und trockener Kälte leben, darf jedoch nicht über längere Zeit ungeschützt Kälte, Nässe und Wind ausgesetzt werden, da die Abwehrkräfte bei diesen Bedingungen schnell versagen. Die chronische Bronchitis, die chronisch allergische Bronchitis, der chronische Husten und sämtliche Nuancen der Atemwegserkrankungen und des Pferdehustens bis hin zum Lungenemphysem, der gefürchteten Dämpfigkeit, entstehen in der Regel durch eine akute Infektion. Diese akute Infektion kann ebenso ausgelöst werden in der erst beschriebenen Boxenhaltung, wie auch in der zuletzt beschriebenen miserablen Offenstallhaltung. Auch gibt es verschiedene Auslöser, die überhaupt nichts mit der Haltung unserer Pferde gemein haben, wie beispielsweise eine Influenza-Impfung bei bereits geschwächtem Abwehrsystem und/oder Erkrankung. Auch eine Ansteckung durch andere Pferde, eine kurzzeitige Unterkühlung und ein vorübergehend geschwächtes Immun- und Abwehrsystem können ursächlich sein. Ebenso treten ganz besonders allergische Atemwegserkrankungen im Winter in den Vordergrund, da allergische Reaktionen des Pferdes durch entsprechende Winterhaltung forciert werden. Die chronische Form von Pferdehusten und Bronchitis tritt auf, sofern die akute Form nicht erfolgreich therapiert wird und vollständig ausheilen kann. Allergene treten im Verlauf jeder chronischen Bronchitis von Pferden in den Vordergrund, im Umkehrschluss: Jede chronische Bronchitis ist auch eine allergische Bronchitis, da in Folge der Erkrankung Umgebungsfaktoren zu Allergenen werden!

Viele verschiedene Faktoren in der Pferdehaltung lassen sich von uns Pferdemenschen beeinflussen, andere weniger oder gar nicht. Beeinflussen lässt sich durch viele geeignete und prophylaktische Maßnahmen, dass dem Husten von Pferden vorgebeugt wird. Beeinflussen lässt sich ebenso eine erfolgreiche Regulation und Ausheilung einer akuten Atemwegserkrankung und Bronchitis.

Faktoren zur Vermeidung von Husten, Bronchitis, Asthma und Dämpfigkeit:

Ein Pferd benötigt ganzjährig Licht, Luft und Bewegung und sollte nicht über längere Zeit ungeschützt Nässe, Kälte und Wind ausgesetzt werden. Pferde tolerieren trockene Kälte sehr gut, Nässe und Wind weniger.
Heu und Stroh, aber auch andere Futtermittel dürfen nur in einwandfreier Qualität verfüttert und verwandt werden. Sofern wenig Einflussnahme auf die Qualität von Heu und Einstreu bestehen sollte und diese nicht einwandfrei ist, empfehle ich Heustaub Stopp zu verwenden. Heustaub Stopp reduziert den Staub in Heu, Stroh und Alternativeinstreu und dient so zur Schadensbegrenzung. Da es darüber hinaus durch die enthaltenen ätherischen Öle beim Durchatmen hilft und die Atemwege – auch gesunder Pferde – entlastet, empfehle ich auch bei guter Qualität den Einsatz von Heustaub-Stopp.

„Impfungen dürfen ausschließlich nach vorhergehender ausführlicher Untersuchung und bei gutem Allgemeinbefinden stattfinden; grundsätzlich darf keine Influenza Impfung bei bereits vorgeschädigten Atemwegen und chronischen Atemwegserkrankungen, wie Husten und Bronchitis vorgenommen werden“

Wenn Haltungsbedingungen nicht optimal gestaltet werden können, ebenso, wenn Pferde in vorangegangenen Wintern mit Atemwegsproblemen, Husten und Bronchitis reagierten, empfehle ich, in der Fütterung entsprechende Ergänzungen einzusetzen, die die Funktion der Atemwege unterstützen und auch gut vorbeugend eingesetzt werden können. Homöopathische Mittel eignen sich nicht zur Vorbeugung, sondern lediglich, wenn bereits eine Erkrankung vorhanden ist!
Zur Vorbeugung eignen sich ganz besonders Kräuter und Pflanzen, welche eine positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen ausüben. Ein Kraut, welches jedoch beispielsweise bei einer akuten Atemwegserkrankung bzw. bei akuten Pferdehusten eine effektive Wirkung aufzeigt, kann bei einem allergisch chronischem Husten von Pferden kontraproduktiv wirken und eine eher schädliche Wirkung aufzeigen. Vor diesem Hintergrund müssen Kräuter zur Unterstützung der Atemwege sinnvoll zusammengesetzt und ausgewählt werden.
Aus der tierheilpraktischen Praxis heraus entwickelte ich das Ergänzungsfuttermittel Broncho-Fit aus Kräutern, welches sich seit vielen Jahren sehr gut bewährt hat und bei sämtlichen Formen von Pferdehusten und Atemwegserkrankungen eingesetzt werden kann, da die Zusammenstellung der einzelnen Kräuter sämtliche Formen und Faktoren berücksichtigt und somit keine schädlichen Wirkungen bei chronisch allergischer Bronchitis auftreten. Bei der Fütterung von Ergänzungsfuttermitteln ist von immenser Wichtigkeit, Ergänzungsfuttermittel einzusetzen, welche bereits bewährt sind und mit denen andere Pferdemenschen gute Erfahrungen machten. Gerade in neuester Zeit wird der Markt geradezu überschwemmt mit neuen Anbietern von Ergänzungsfuttermitteln. Diesen sollte der Pferdehalter insoweit kritisch gegenüberstehen, dass er nicht glorreichen Werbesprüchen Glauben schenkt, sondern sich nach der Erprobtheit erkundigt. Dies vor dem Hintergrund, dass Ergänzungsfuttermittel und Kräutermischungen durchaus auch negative Wirkungen aufzeigen können, wenn sie falsch gewählt werden.

Wesentliche Therapie Faktoren bei Asthma und Dämpfigkeit:

Ebenso wie bei der Vermeidung gehört auch zur erfolgreichen Therapie Licht, Luft mäßige freie Bewegung sowie die Verfütterung qualitativ einwandfreier Futtermittel und beanstandungsfreier Einstreu. Heu und Einstreu sollten mit Heustaub-Stopp behandelt werden, um den Staub aus dem Rauhfutter bestmöglich zu nehmen, der auch bei einwandfreier Qualität nicht ganz vermeidbar ist. Daneben gilt es hier, dem erkrankten Pferd Ruhe zu gönnen und es nicht zu schnell wieder zu fordern. Daher: lieber einige weitere Wochen auf einen Arbeitseinsatz verzichten, als zu früh mit diesem zu beginnen. Besonders wichtig ist bei eingetretenem Husten, für einen Austritt der Verschleimung (welche grundsätzlich vorhanden ist, auch wenn sich die Lunge frei anhört) zu sorgen. Hierzu eignen sich besonders gut flüssige Kräutermischungen, die in Form eines Saftes täglich verabreicht werden. In der tierheilpraktischen Praxis habe ich hier sehr gute Erfahrungen mit Broncho-Elexier in Verbindung mit Broncho-Fit zur Unterstützung machen können und setze seither grundsätzlich Broncho-Elexier und Broncho-Fit bei erkrankten Pferden im Wege der Fütterung ein. Sowohl Broncho-Fit wie auch Broncho-Elexier wurden aus meiner tierheilpraktischen Praxis entwickelt und eignen sich zur Unterstützung im Wege der Fütterung sowohl bei akutem, chronischem und allergischem Pferdehusten.
Eine zusätzliche homöopathische Therapie aufgrund der Biofeldhaaranalyse hat sich in meiner Tierheilpraxis, wie an zahlreichen Stellen nachzulesen, allerbestens bewährt.
Bei einer homöopathischen Therapie sollte keinesfalls auf einen erfahrenen Behandler verzichtet werden. Ebenso wie bei der Entwicklung und dem Verkauf von Ergänzungsfuttermitteln sollte sich der Pferdehalter grundsätzlich auch bei einem Tierheilpraktiker oder Anbieter von Haaranalysen und weiteren Therapiemöglichkeiten nicht auf gute Worte, sondern auf stattgefundene Resultate verlassen. Oftmals wird viel Geld in einen Behandler investiert, der noch dabei ist, erste Erfahrungen zu sammeln, was zwar nicht zwingend bedeutet, dass die Therapie scheitert, jedoch die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie im Vergleich zu einem erfahrenen Behandler schmälert. Im Laufe der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei Husten, Bronchitis und Atemwegserkrankungen von Pferden in jeglicher Form und in jedem Stadium der Einsatz von Kräutern und Pflanzen, ggf. in Verbindung mit einer umfassenden homöopathischen Therapie und unbedingt unter Erfassung des ganzheitlichen Aspekts, der die Fütterung und Haltung sowie auch das Umfeld des erkrankten Pferdes mit einbezieht, die erfolgsversprechendste Aussicht auf eine Regulation und Ausheilung bietet. Viele bereits aufgegebene und veterinärmedizinisch austherapierte Pferde konnten durch diese alternative Therapieform wieder gesund werden.

Kausal verantwortlich ist die Sensibilität des Pferdes für Erkrankungen der Atemwege einerseits durch die physiologischen Gegebenheiten des Respirationstraktes, andererseits wird den natürlichen Lebensbedingungen des Flucht- und Lauftieres Pferd in unserer Gesellschaft nur unzureichend Beachtung geschenkt.

Eine Atemwegserkrankung wie Asthma und Dämpfigkeit wird ausgelöst durch:

durch eine Infektion (Übertragung von Viren, Pilzen und Bakterien),
durch allergische Reaktion der Schleimhäute der Atemwegsorgane auf eindringende Allergene, Inhalation von reizenden oder heißen Gasen,
durch Parasiten,
als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, wie z. B. Tumoren,
durch innere Blutungen (z. B. verursacht durch Überanstrengung in höchstem Maße), mechanische Einflüsse oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Besonders häufig treten Atemwegserkrankungen in Form einer Bronchitis auf (die Bronchien verzweigen sich baumartig zu Bronchiolen, die in Alveolgänge mit den Lungenbläschen (Alveolen) übergehen, hier findet der Gasaustausch statt).
Die akute Bronchitis wird verursacht durch Viren und/oder Bakterien. Bakterielle, akute Infektionen des Bronchialbaumes resultieren meist als Sekundärinfektion nach primärer Schädigung durch Viren.
Symptome: erst trockener, schmerzhafter Husten, im weiteren Verlauf bei produktiver Entzündung feuchter Husten, Nasenausfluss bei Beteiligung des oberen Respirationstraktes, evt. Temperaturerhöhung/Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden, bronchial verschärftes Atemgeräusch, Rasselgeräusche.

Bei der allergisch bedingten Bronchitis liegt eine Sensibilisierung gegen verschiedene Allergene (Staub, Pilz-, Schimmelsporen oder/und Blütenpollen, Gräser, Bäume) vor. Hier spielt, wie bei anderen allergischen Erkrankungen auch, die genetische Disposition eine Rolle. Bestimmte Allergene, die über die Atmung in die Lunge gelangen und sich auf den Schleimhäuten der Atemwegsorgane verteilen, lösen Reaktionen des Gewebes aus. Der Pferdeorganismus reagiert auf diese Allergene übermäßig und unnötig. Im Bereich der Atmungsorgane werden die Schutzmechanismen (Flimmerephitel, schleimbildende Zellen, Makrophagen) mobilisiert. Bei übermäßiger Belastung mit Allergenen wird als erste Reaktion Husten ausgelöst. Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, können schwerwiegende und irreparable Atemwegserkrankungen die Folge sein. Unter der chronisch-obstruktiven Bronchitis versteht man Atemwegserkrankungen, welche als Folge einer chronischen, unheilbaren Schädigung der Lungen oder des Herzens auftreten. Symptome: anfangs Leistungsabfall, Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, dann kraftloser, trockener, tonloser Husten (bei Belastung massiver), Atemgeräusche offen hörbar, Nasenausfluss milchig, in der Folge Atemnot, Nasenausfluss eitrig. Charakteristisch ist beim Atmen jetzt die sogenannte „Doppelschlägigkeit“: Das Einatmen geschieht langsam und gleichmäßig mit hörbaren Rasselgeräuschen, das Ausatmen findet in zwei Abschnitten statt: a.) passives Ausatmen des ersten Teils der Luft, b.) aktives Ausatmen des zweiten Teils der Luft unter Zuhilfenahme der Bauchmuskulatur; makroskopisch wahrnehmbar durch die sogenannte „Dampfrinne“. Das Lungenemphysem stellt schließlich die irreversible Erweiterung der Alveolen dar und wird landläufig als Dämpfigkeit bezeichnet.

Asthma und Dämpfigkeit

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